Reportage-Shooting auf Mallorca

Road to Tokio - Qualifikationsregatta im Krisengebiet

Als wir im Winter mit dem 49erFX Segelteam Lutz Beucke das Image-Shooting auf Mallorca planten, standen noch ganz andere Themen im Vordergrund. Durch einen Trainingsunfall in Argentinien, fiel die Vorschoterin Susan Beucke für mehrer Wochen aus. Die Teilnahme an der Qualifikationsregatta Ende März stand auf der Kippe. Wir alle freuten uns dann aber, als das medizinische Lager grünes Licht gab. Um die Konzentration des Teams bei dem wichtigen Wettkampf nicht zu stören, beschlossen wir das Shooting auf Mitte März vorzuziehen. Im Rahmen einer internationalen Testregatta war das gesamte Deutsche Segelteam in fast allen olympischen Bootsklassen vertreten. Im Nachhinein waren die Umstände ein Glücksfall. 
Mit etwas gemischten Gefühlen flogen wir nach Mallorca, da die Informationen über das Corona-Virus immer mehr die Medien bestimmten.

Vor Ort hatten wir ideale Bedingungen und begleiteten die jungen Frauen mit ihrem Trainer auf Schritt und Tritt. Wir beobachteten die Vorbereitungen am Boot, waren bei Workout-Sessions dabei und durften am abendlichen Strategie-Meeting teilnehmen. Höhepunkt war für uns natürlich die Verfolgung der intensiven Trainingseinheiten unter Wettkampfbedingungen auf dem Wasser.

Wir quetschten uns zum Trainer in das kleine Motorboot und schossen über die Wellen. Es war eine neue Herausforderung trotz geringem Seegang die Stöße des Bootes zu kompensieren. Die faszinierende Bootsgeschwindigkeit der Bootsklasse 49erFX konnten wir hier hautnah und intensiv erleben. Das internationale Teilnehmerfeld sorgte zudem für ein ganz besonderes Flair.
Nach unserer letzten Trainingseinheit wurden alle mit der traurigen Nachricht konfrontiert, dass die Qualifikations-Regatte abgesagt worden war. Die Corona-Pandemie war in Mallorca angekommen. Die Stimmung sank und wir waren erleichtert, dass wir am nächsten Morgen wahrscheinlich in einem der letzten Flieger nach Frankfurt saßen.
Trotz des abrupten Endes, waren wir mit unserer Arbeit und der fotografischen Ausbeute sehr zufrieden. Mit etwas Abstand betrachtet hatten wir Glück, wer weiss, ob wir dieses Jahr noch einmal die Chance auf einen Auslands-Job haben werden.